Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Kreises Steinfurt ist auch die Stadt Rheine Teil des Projektes „Atlas der Mitten“. Für das Kunstprojekt werden die geografischen Mittelpunkte im Ortskern und auf einer digitalen Karte dargestellt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind eingeladen, ihre persönliche Mitte zu reflektieren und zu kommunizieren. Das Künstlerpaar Katerina Kuznetcowa und Alexander Edisherov – sie stammen gebürtig aus Belarus und aus Georgien – arbeiten schon sehr lange gemeinsam an verschiedenen Kunstprojekten. Durch Skulpturen in der Region, wie etwa dem Himmelstisch am Kloster Gravenhorst, machten sie ebenso auf sich aufmerksam wie durch unterschiedliche Einzelausstellungen und Kunst im öffentlichen Raum national und international. Nun entwickelt das Künstlerduo den „Atlas der Mitten“ für den Kreis Steinfurt und möchte mit den hier lebenden Menschen in Kontakt treten. Das Projekt soll mehr sein als eine geografische Bestandsaufnahme, vielmehr ist es ein emotionaler Spiegel der Bewohnerinnen und Bewohner. Er lädt dazu ein, die Beziehungen zwischen Raum und Identität zu hinterfragen. So sehen die Künstler den Hintergrund des Projektes.
Neben dem offiziellen Teil – dem Anbringen einer eigens für dieses Projekt entworfenen Plakette am geografischen Mittelpunkt der Stadt – wird in Rheine eine Soundskulptur Geräusche zum Thema „Mitte“ präsentieren: eine Collage von Klängen, die den Ort aus Sicht der Menschen vor Ort hörbar machen.
Alle in Rheine lebenden Menschen sind eingeladen, sich zu beteiligen und ihre akustischen Eindrücke zum Beispiel mit dem Smartphone oder einem anderen Aufnahmegerät für das Projekt zu sammeln und zu teilen. Welche Klänge tragen Erinnerungen, welche Geräusche wecken das Gefühl von Zuhause? Ob das Lied aus der Kneipe, das Rauschen des Waldes, der Klang von Stimmen auf dem Marktplatz – die Bewohnerinnen und Bewohner tragen Geräusche zusammen, die für sie ihren Ort und ihre persönliche Mitte in Rheine ausmachen. Die Aufnahmen können bis zum 1. September 2025 bequem als Audiodatei über die Projekt-Website www.atlasdermitten.com hochgeladen werden. Hier gibt es auch weitere Informationen zum Gesamtprojekt.
Eingeweiht wird die Klangskultptur in Rheine mit der Anbringung der Mittelpunkt-Plakette Mitte September; der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Im Rahmen der Projekttage an der Käthe Kollwitz Realschule in Emsdetten haben Frau Römling und Frau Wieching für die Schüler*innen den Workshop zur Erstellung der Stop Motion Filme angeboten. Er beinhaltet das Erstellen von Filmen, indem physische Objekte schrittweise bewegt und zwischen den Aufnahmen fotografiert werden. Diese Bilder werden zu einem Film zusammengesetzt, der die Illusion von Bewegung erzeugt. Wir haben des Weiteren mit den Schüler*innen eine Verbindung des Kunstprojektes „Atlas der Mitten“ und der Animationstechnik Stop Motion hergestellt, so dass Jugendliche im Alter von 13 – 15 Jahren definiert haben, was für sie die Begriffe Heimat und (emotionale) Mitte bedeuten. So haben die einzelnen Kleingruppen kreativ für sich ausgearbeitet, was Heimat und Identifikation für sie als Kinder und Jugendliche bedeuten. Dabei sind diese Ergebnisse entstanden, die mit Spaß und Herzblut hergestellt wurden.
25. Mai 2025
Der Marktzauber im Kloster Gravenhorst zieht jedes Jahr viele Menschen an – auch diesmal war das Gelände voller Stimmen, Farben und Begegnungen. Regen und Wind konnten der Neugier und Offenheit der Besucher*innen nichts anhaben. Zwischen Marktständen, Musik und Gesprächen stellten wir das Projekt Atlas der Mitten vor.
Wir sprachen mit Passant*innen über ihre persönlichen Verbindungen zu Orten in der Region, hörten Erinnerungen, kleine Geschichten, leise Gedanken – gesammelt auf einer großen Karte, auf der jeder die eigene Mitte mit einem roten Punkt markierte. Im Workshop entstanden farbenfrohe Taschen mit dem Logo des Projekts, gedruckt im Siebdruckverfahren und ausgemalt von kleinen und großen Händen. So nahm jede Tasche ein Stück der Idee mit in den Alltag. Es war ein Tag voller Resonanz – offen, spontan, nah. Und ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Atlas der Mitten mit Leben und Stimmen zu füllen.